Česky Deutch

Geschichte verbindet

Die Geschichte der totalitären Diktaturen des 20. Jahrhunderts erscheint heutigen Jugendlichen fern und sie nicht mehr betreffend. In den nächsten drei Jahren bietet sich die seltene Chance, Jugendlichen die Begegnung mit Zeitzeugen zu ermöglichen, die Holocaust und stalinistischen Terror überlebt haben. In solchen Begegnungen werden persönliches Erleben, authentische Spuren, historische Ereignisse und Zusammenhänge mit konkreten Personen und ihrer Lebensgeschichte zusammengeführt. Solche Lernerlebnisse sind attraktiv, intensiv und werden nachhaltig erinnert.

Vom 1. 1. 2010 bis zum 31. 12. 2012 führen wir beidseits der deutsch-tschechischen Grenze ein umfangreiches Zeitzeugenprojekt durch. „Ziel des Projektes ist es, gegen Intoleranz und Xenophobie immunisierende Elemente in den Schulalltag zu integrieren“, erklärt der Historiker Werner Imhof, pädagogischer Mitarbeiter der Brücke/Most-Stiftung. Schulen, die sich beteiligen möchten, können sich ab sofort bei den Veranstaltern anmelden.

Die Brücke/Most-Stiftung in Dresden, Freiburg und Prag hat in den vergangenen sechs Jahren in Deutschland und Tschechien rund 350 Begegnungen mit Zeitzeugen organisiert und pädagogisch begleitet. Dabei wurden über 11.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Bis 2012 können 132 Zeitzeugengespräche in deutschen und tschechischen Schulen stattfinden. Sie sind für die Schulen kostenlos und werden von den Projektpartnern pädagogisch und didaktisch begleitet. Diese vermitteln Kontakte zu Gedenkstätten, beraten bei vorbereitenden Projekten zur regionalen historischen Spurensuche, bringen die Zeitzeugen in die Schulen und moderieren die Gespräche.

Teil des Projekts sind drei Lehrerfortbildungen und drei Seminare für Schüler/innen, die besonders interessiert sind. Sie finden statt im attraktiven Begegnungszentrum der Brücke/Most-Stiftung am Dresdner Elbufer. Für das Vorhaben werden Mittel der Europäischen Gemeinschaft (EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) eingesetzt, weitere Förderinstitutionen sind der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds und die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

Kontakt: oellermann@collegiumbohemicum.cz

Das Projekt wurde im Dezember 2012 abgeschlossen.