Česky Deutch

Beschluss des Wissenschaftlichen Beirats vom Dezember 2013

Erklärung

Der Wissenschaftliche Beirat des Collegium Bohemicum, dem Fachleute unterschiedlicher akademischer Disziplinen aus der Tschechischen Republik, aus Deutschland und aus Österreich angehören, hat mit Freude und Zufriedenheit zur Kenntnis genommen, dass die Vorbereitungen für die Dauerausstellung zur Kultur und Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den Böhmischen Ländern inzwischen sehr weit gediehen sind. Die Exponate für die Ausstellung sind bereits allesamt vorhanden bzw. als Leihgaben zugesichert, darüber hinaus liegen genaue Modelle und Realisierungsentwürfe für die Präsentation vor. Dank der wichtigen Planungsarbeiten, die das Team des Collegium Bohemicum geleistet hat, könnte die von vielen bereits mit Ungeduld erwartete Dauerausstellung in absehbarer Zeit eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

1500 Quadratmeter und 800 Jahre Leben

Text: Blanka Mouralová, Jan Šícha

Das Museum der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder ist fertig, was die Projektdokumentation, die Sammlung und was die dreidimensionalen Modelle betrifft. Der günstige Augenblick für einen Museumsrundgang ist gekommen – für einen Spaziergang durch den Innenraum, der von Modellen geschaffen wurde.
Vor dem Zweiten Weltkrieg bekannten sich 3.100.000 Bürger der Tschechoslowakei zur deutschen Nationalität. Die Mehrheit dieser Menschen lebte auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Im Jahr 2001 bekannten sich 39.000 Bürgerinnen und Bürger der Republik zur deutschen Nationalität. Die Zwangsaussiedlung der Deutschen endete 1947. In den 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts zogen auf Grundlage eines Vertrags weitere Zehntausende derer, die hatten bleiben dürfen, in die Bundesrepublik. Das Museum widmet sich also einer fast abwesenden Minderheit, die aber noch vor relativ kurzer Vergangenheit so stark war, dass man von ihr als einem Teil der Bevölkerung der böhmischen Länder reden könnte – von einem Teil, der das kulturelle Erbe des Landes mitgestaltet hat.