Bayrischer Ministerpräsident schließt seinen Besuch der Tschechischen Republik im Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem ab
Den historisch zweiten Besuch der Tschechischen Republik seit 1989 schloss der bayrische Ministerpräsi-dent Horst Seehofer am 24.11.2011 im Collegium Bohemicum ab. Auf der tschechischen Seite entstand hier während der Zeit des politischen Schweigens zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Bayern eine moderne Institution, die derzeit als Ort der Begegnung und gemeinsamen Kultur-, Bildungs- und For-schungsprojekten dient.
Collegium Bohemicum
Mit der Gründung der Organisation am Jahresende 2006 und mit dem Beginn der Bürotätigkeit im Sommer 2007 wurde an die mehrjährige Vorbereitungsphase des Collegium Bohemicum angeknüpft. Daran waren folgende Institutionen beteiligt: die Stadt Ústí nad Labem (Oberbürgermeister Petr Gandalovič und Jan Kubata), das Stadtmuseum, die Jan-Evangelista-Purkyně-Universität und die Gesellschaft für Geschichte von Deutschen und Tschechen. Das Collegium Bohemicum entstand mit dem Ziel, eine unabhängige, offene und interaktive Institution zu werden, die tschechienweit tätig wird und die sich dem Kulturerbe der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern widmet. In Zukunft wird das Collegium Bohemicum über ein eigenes Archivsowie ein Museum, eine Bibliothek und Wissenschafts- und Bildungsstätten verfügen. Somit soll das Collegium Bohemicum eine Begegnungs- und Erkenntnisstätte werden, die zu einem Dialog zwischen den Interessierten aus Fach- und breiter Öffentlichkeit aus Deutschland, Tschechien, Österreich und weiteren Ländern beiträgt.
Otfrid Pustejovsky und Marek Nekula erhalten am 1. November 2011 im Kaisersaal des Museums von Aussig/Ústí nad Labem den Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung 2011
Otfrid Pustejovsky und Marek Nekula erhalten am 1. November 2011 im Kaisersaal des Museums von Aussig/Ústí nad Labem den Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung 2011. Ehrenpreise gehen an Klaus Fiedler und Lenka Holíková. Gestif-tet werden die diesjährigen Kunstpreise von den Fotografen Petra Flath aus München und Jan Jindra aus Prag.
Collegium Bohemicum beginnt unter der Schirmherrschaft des tschechischen Kulturministers Jiří Besser seine Tätigkeit im renovierten Museumsgebäude in Ústí nad Labem
Am 29. Juni 2011 kommt es unter Beteiligung der beiden tschechischen Minister Jiří Besser und Alexandr Vondra zum feierlichen Beginn der Tätigkeit des Collegium Bohemicum im von Grund auf renovierten Museumsgebäude in Ústí nad Labem. Im Rahmen eines ganztägigen Programms, das dem Thema der Architektur gewidmet sein wird, werden den Siegern des Architektenwettbewerbs zur Gestaltung der geplanten Ausstellung zur Geschichte der deutschen Bewohner der böhmischen Länder, der vom Collegium Bohemicum gemeinsam mit der tschechischen Architektenkammer Ende letzten Jahres ausgeschrieben worden war, Preise verliehen.
Konzept der Exposition zur Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern
Wir schaffen ein Museum nationalen Formates mit internationaler Bedeutung. Wir sind uns bewusst, dass das Kulturerbe der böhmischen Länder auch von denjenigen geformt worden ist, die hier für Jahrhunderte lebten und Deutsch sprachen. Wir wollen die Besucher des Museums genau mit dieser in Vergessenheit geratenen Dimension der Geschichte unseres Landes überraschen.
Das katastrophale Ende des deutsch-tschechischen Zusammenlebens war Grund dafür, dass die Beziehungen lange Zeit nicht als inspirativ wahrgenommen wurden. Wir wissen und wollen nicht verschleiern, dass die Geschichte von Konflikten und Gewalt begleitet wurde. In der Vielfältigkeit der Beziehungen sehen wir allerdings eine Quelle der Bewegung zu Innovationen und einer reicheren Kultur.
Wir wollen, dass die Exposition zugleich eine Sonde, eine Präsentation und eine kritische Bewertung der Wirkung und des Beitrages der deutschsprachigen Bevölkerung der böhmischen Länder aus tschechischer Sicht, aber im europäischen Kontext ist.
Wir sind davon überzeugt, dass die modern, wissenschaftlich und sachlich ausgearbeitete Exposition das tschechische Bewusstsein von der eigenen Geschichte bereichert, die auf einmal offen und vielfältig aussieht, und zur Selbstreflexion der tschechischen Gesellschaft beiträgt.
Das Expositionskonzept entsteht im Dialog der Vorbereitungsgruppe mit dem wissenschaftlichen Beirat des Collegium Bohemicum. Zu einzelnen Themen werden weitere Autoritäten konsultiert.
Das Collegium Bohemicum baut eine Exposition ohne eigene Sammlungen auf. Wir sind deshalb am Kauf von Gegenstände interessiert, die zu oben beschriebenen thematischen Bereichen passen. Willkommen sind auch Geschenke und Anreize zur Gestaltung der Exposition. Bemerkungen schicken Sie bitte an info@collegiumbohemicum.cz. Vielen Dank.
Collegium Bohemicum, o.p.s. schreibt Architekten- und Kunstwettbewerb aus
Der gemeinnützige Verein Collegium Bohemicum schreibt in Übereinstimmung mit der Wettbewerbsordnung der Tschechischen Architektenkammer und nach dem Gesetz Nr. 360/1992 im Rechtsbuch einen ARCHITEKTEN- UND KUNSTWETTBEWERB FÜR DEN ENTWURF „DER REALISIERUNG DER DAUEREXPOSITION ZUR GESCHICHTE DER DEUTSCHEN IN DEN BÖHMISCHEN LÄNDERN“ aus.
WETTBEWERBSBEDINGUNGEN (auf Tschechisch)
UNTERLAGEN (auf Tschechisch)
Bedeutende sächsisch-tschechische wissenschaftliche Konferenz kommt nach Ústí nad Labem. Gleich zwei Premieren für die tschechische Stadt an der Elbe.
Pressebericht Ústí nad Labem, 12. Oktober 2009
Ústí nad Labem ist die erste tschechische Stadt, die die internationale wissenschaftliche Konferenz „Mittel- und Osteuropatag“ über die sächsisch-tschechische Fachkooperation willkommen heißt. Sie findet am 19.Oktober in den Räumlichkeiten der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität statt. Dieser tschechischen Premiere folgt anschließend gleich eine weitere: Der Festabend im Nordböhmischen Opern- und Baletttheater in Ústí nad Labem bildet gleichzeitig den Auftakt der 11. Tschechisch-Deutschen Kulturtage. Bisher wurden diese nur in Dresden begonnen. Der tschechische Veranstalter, die gemeinnützige Gesellschaft Collegium Bohemicum, lädt Sie deshalb herzlich zur feierlichen Eröffnung der Kulturtage, mit einem Konzert des berühmten Barockmusikensembles „Musica Florea“, ein.
Renovierung des Stadtmuseums von Ústí nad Labem
Die Grundsteinlegung war am 25. 4. 2009 der feierliche Auftakt der Renovierung des Stadtmuseumsgebäudes in Usti nad Labem.
Das Collegium Bohemicum zieht gemeinsam mit dem Stadtmuseum von Ústí nad Labem im Jahr 2011 in das renovierte Gebäude in der Masarykova 1000/3 ein.
Die EU-Förderung in Höhe von 337 Mill. Tschechischen Kronen wurde dem Investor, der Stadtverwaltung Ústí nad Labem, am 24.9. 2008 genehmigt. Mit der Renovierung wurde in der ersten Hälfte 2009 begonnen. Die Arbeiten werden ungefähr zweieinhalb Jahre dauern. In dem renovierten Gebäude entstehen Ausstellungsräume im Ausmaß von 2000 m2, Vortrags- und Repräsentationssäle. Einer der Bestandteile werden auch eine Bibliothek und ein Lernzentrum sein. Das Gebäude wird das Stadtmuseum von Ústí nad Labem verwalten, das es in enger Zusammenarbeit mit dem Collegium Bohemicum nutzen wird.
Das Collegium Bohemicum bereitet schon jetzt in Zusammenarbeit mit einigen Mitarbeitern des Stadtmuseums ein Konzept für die Dauerausstellung zur Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern vor, die in den neurenovierten Räumen stattfinden wird. Zugleich ist das Collegium Bohemicum für die Finanzierung der Ausstellung zuständig.
Mit dem Beginn der Tätigkeit im Museumsgebäude wird Ende 2011 gerechnet.